Wie eine Erbschaft in Spanien abgewickelt wird

Dieter Schütz / pixelio.de
Wie eine Erbschaft in Spanien abgewickelt wird Auch immer mehr Deutsche kaufen eine Immobilie auf dem spanischen Festland oder auf den Balearen, wie zum Beispiel Mallorca oder Ibiza. Aufgrund dieser Tendenz wird es zukünftig immer mehr Bürger aus Deutschland geben, die eine Immobilie erben, wobei die Erbschaft dann eventuell nach spanischem Recht erfolgt. Eine Besonderheit des spanischen Erbrechts besteht im Vergleich zum System in vielen anderen europäischen Ländern darin, dass eine ausdrückliche Annahme des Erbes erfolgen muss. Während es zum Beispiel in Deutschland so geregelt ist, dass der Erbberechtigte sein Erbe ausschlagen muss (falls er es nicht antreten möchte), da es sonst nach einer bestimmten Frist als automatisch angenommen gilt, muss in Spanien eine ausdrückliche Annahme erfolgen. Insbesondere mus die explizite Annahme des Erbes nach spanischem Recht dann vorgenommen werden, wenn es sich beim Erbe um ein Grundstück bzw. um eine Immobilie handelt. In diesem Fall mus die Annahme der Erbschaft sogar vor einem Notar beurkundet werden, denn nur unter dieser Voraussetzung kann der Erbe als neuer Grundstücks- bzw. Immobilieneigentümer auch ins Grundbuch eingetragen werden. Ebenfalls zu empfehlen ist die notariell beurkundete Annahme der Erbschaft dann, wenn das Recht eines anderen Landes, zum Beispiel das deutsche Recht, angewendet werden sollte. In diesem Fall kann das Umschreiben des Grundstückes nämlich deutlich schneller und einfacher erfolgen.

Diese Unterlagen werden für die Annahmeerklärung benötigt

Um eine Erbschaftsannahmeerklärung nach spanischem Recht abgeben zu können, werden diverse Unterlagen benötigt. Zunächst einmal muss eine Sterbeurkunde vorliegen, um den Tod des Erblassers nachweisen zu können. Sollte es sich beim Verstorbenen um einen Ausländer handeln, ist die Benachrichtigung des jeweils zuständigen Konsulats empfehlenswert. Neben der Sterbeurkunde wird zudem eine Bescheinigung über die letztwillige Verfügung benötigt, die dann ausgestellt werden kann, falls der Erblasser sein Testament bei einem Notar hat beurkunden lassen. Bescheinigt wird natürlich auch das Nicht-Vorliegen eines Testaments. Liegt ein Testament vor, so gilt es nun, sich eine Abschrift zu besorgen, um diese dem für die Erbschaftsannahme zuständigen Notar vorlegen zu können. Ebenfalls gehört der Erbschein zu den wichtigen Unterlagen, denn aus ihm geht hervor, wer der Erbe ist. Erforderlich ist der Erbschein im Normalfall allerdings immer nur dann, wenn kein gültiges Testament vorhanden ist. Erteilt wird der Erbschein in Spanien meistens von dem Gericht, welches sich am Wohnort des Erblassers befindet.

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1 Kommentar

  1. Schmauß 18. Februar 2015 Reply

    Können Sie auch für spezielle Fälle Auskunft geben oder mir einen Anwalt empfehlen für Spanisches Erbrecht?

    Mit freundlichen Grüßen
    Monika Schmauß

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