Welchen Anteil erben Stiefkinder?

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Wenn es um leibliche Kinder geht, dann ist das deutsche Erbrecht bezüglich deren Anteil an einer Erbschaft sehr einfach. Gemeint ist damit natürlich die gesetzliche Erbfolge, denn selbstverständlich hat jeder Erblasser die Freiheit, sein Erbe durch das Erstellen eines Testamentes anderweitig zu gestalten. Doch wie sieht es eigentlich bei Stiefkindern aus? Welchen Anteil erben diese nicht leiblichen Kinder und gibt es auch hier eine gesetzliche Erbfolge zu beachten? Grundsätzlich ist es so, dass viele Vorschriften bezüglich des Erbrechtes im Bürgerlichen Gesetzbuch schon seit Jahrzehnten geregelt sind. Daher ist es durchaus nicht verwunderlich, dass einige aktuelle Lebenssituationen noch nicht in ausreichendem Umfang in die Gesetzesvorschriften integriert wurden. Zu nennen ist hier beispielsweise die Patchwork-Familie, die es in Deutschland immer häufiger gibt und die gleichzeitig oftmals beinhaltet, dass der jeweilige Partner Stiefkinder hat. In dem Zusammenhang ist es übrigens unerheblich, ob die beiden Partner verheiratet sind. Denn jedes Kind, welches mit in die Beziehung eingebracht wird, gilt für den jeweils anderen Partner als Stiefkind. Das Problem besteht allerdings darin, dass Stiefkinder nicht mit dem jeweils „hinzugewonnenen“ Elternteil verwandt sind. Dies führt dazu, dass Stiefkinder im Gegensatz zu leiblichen Kindern per Gesetz kein Anrecht auf einen Pflichtteil haben.

Stiefeltern sollten ein Testament verfassen

Damit Stiefkinder bei einer Erbschaft nicht gänzlich leer ausgehen, ist es den Stiefeltern dringend zu empfehlen, ein Testament zu verfassen. Ohne Testament wäre es nämlich so, dass die Stiefkinder im Todesfall des Stiefvaters oder der Stiefmutter nichts erben, falls noch leibliche Kinder vorhanden sind. Grundsätzlich ist es wichtig, beim Verfassen des Testamentes auf einige Punkte zu beachten. Dabei spielt eine wesentliche Rolle, dass der Erblasser festlegen sollte, welche Kinder bzw. Stiefkinder welchen Teil des Vermögens erben sollten. Zu empfehlen ist ein Testament, welches von beiden Partnern gemeinschaftlich erstellt wird. In diesem Testament kann zum Beispiel festgelegt werden, dass sämtliche Kinder - sowohl leibliche als auch die Stiefkinder - zu gleichen Teilen erben. Problematisch kann es allerdings in der Praxis werden, wenn einer der beiden Ehepartner mehr Kinder als der andere Partner mit in die Gemeinschaft einbringt. Damit Erblasser hier wirklich den Weg wählen können, den sie sich vorgestellt haben, ist oftmals die Beratung eines Fachanwaltes sinnvoll.

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Oliver BaumannsAlle Artikel von Oliver Baumanns