Was bei Aktien als Teil der Erbschaft zu beachten ist

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Immer häufiger zählen auch Aktien zu einer Erbschaft, wobei allerdings sehr viele Erben nicht darüber informiert sind, was in einem solchen Fall zu tun ist. Fehler können hier durchaus gravierende Folgen haben, sodass sich Erben auf jeden Fall informieren sollten, wie bei einem vorhandenen Wertpapierbestand am besten vorgegangen werden sollte. Nicht selten kommt es vor, dass Erben bei Durchsicht aller vorhandenen Unterlagen auf Wertpapierdepots des Erblassers stoßen, die bisher gar nicht bekannt waren. Natürlich ist der Erbe in diesem Fall daran interessiert, dass diese Depots mitsamt des Bestandes auf seinen Namen übertragen werden. Diese Übertragung nimmt in der Regel die Bank vor, bei der das jeweilige Wertpapierdepot geführt wird. Ein wichtiger Punkt ist in dem Zusammenhang, dass der Erbe darauf achten sollte, dass der Übertrag der Aktien oder der sonstigen Wertpapiere kostenlos erfolgt. Allerdings bezieht sich die Kostenfreiheit nicht auf etwaige Gebühren, die das Kreditinstitut für eine Übertragung der Wertpapiere verlangt, sondern es geht in erster Linie um die Abgeltungssteuer. Falls der Erbe diesbezüglich nämlich einige Punkte nicht beachtet, könnte diese Steuer zusätzlich zur Erbschaftssteuer anfallen. Denn falls Aktien von einem auf den anderen Anleger übertragen werden, so ist dieser Übertrag für das Finanzamt im Prinzip der gleiche Vorgang, als wenn Aktien vom bisherigen Inhaber verkauft und gleichzeitig vom neuen Aktionär gekauft würden. Dies hätte zur Folge, dass der erzielte Gewinn unter die Abgeltungssteuer fallen würde.

Beim Erbfall wird keine Abgeltungssteuer berechnet

Beim Erbfall ist es allerdings so, dass hier keine Abgeltungssteuer anfällt. Damit dies in der Praxis auch so ist, ist es wichtig, dass die Erben darauf achten, dass die Banken die entsprechenden Formulare korrekt ausfüllen. Darüber hinaus stellt sich bei einem vorhandenen Depot oftmals das Problem, dass die meisten Banken dem Erben nur unter der Voraussetzung einen Zugriff erlauben, dass dieser einen Erbschein vorlegen kann. Auch diesbezüglich gibt es allerdings seit geraumer Zeit eine Erleichterung für die Erben, denn der Bundesgerichtshof hat festgestellt, dass es nicht immer zwingend ein Erbschein sein muss, mit dem sich der Erbe gegenüber dem Kreditinstitut legitimieren muss. Unter bestimmten Umständen reicht nämlich bereits ein eröffnetes Testament aus, um die Legitimation des Erben nachzuweisen. Darüber hinaus sollten Erben gerade bei vorhandenen Aktienbeständen darauf achten, dass die Aktien nicht zu einem ungünstigen Zeitpunkt verkauft werden, falls der Gegenwert nicht unbedingt sofort benötigt wird.

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