Viele Deutsche möchten keinen Pflichtteil für Familienmitglieder

Helene Souza / pixelio.de
Hierzulande wird im Zuge einer Erbschaft nicht selten vom möglichen Enterben einer Person gesprochen. Entgegen der Meinung vieler Verbraucher ist es in Deutschland jedoch nicht möglich, eine bestimmte Person ohne einen ganz wichtigen Grund von der Erbschaft auszuschließen, da bestimmte Angehörige einen Pflichtteilsanspruch haben. Es gibt jedoch immer mehr Bürger, die dieses System nicht mehr gut finden. Einer Studie zufolge, die von der renommierten Firma Allensbach durchgeführt wurde, kommt nun zu dem Ergebnis, dass es viele Deutsche gibt, die den gesetzlich verankerten Pflichtteil abschaffen möchten. Rund 30 Prozent der Befragten sprachen sich dafür aus, den Pflichtteil im Bereich der Erbschaften nicht mehr per Gesetz zu garantieren. Demgegenüber sprachen sich etwas mehr als 60 Prozent dafür aus, dass der Pflichtteil weiterhin vorhanden sein sollte. Neun Prozent der Befragten konnten sich nicht entscheiden, ob sie für oder gegen den Pflichtteil sind. Vom Gesetz her haben Kinder, Kindeskinder (Enkel), Eltern sowie Ehe- und Lebenspartner (eingetragene Lebensgemeinschaft) einen Pflichtteilsanspruch. Der Pflichtteilsanspruch greift immer dann, wenn der Erblasser diese Personen vom Erbe ausgeschlossen hat. Der Pflichtteil ist halb so hoch, wie das gesetzliche Erbe gewesen wäre, falls kein Ausschluss vom Erbe stattgefunden hätte. Abhängig ist die Höhe des Pflichtteils zum einen vom Verwandtschaftsverhältnis und zum anderen von der Anzahl der Personen, die pflichtteilsberechtigt sind.

In Ausnahmen kann der Pflichtteil entzogen werden

Falls der Erblasser möchte, dass ein bestimmter Angehöriger nicht einmal den Pflichtteil erhält, so reicht es nicht aus, diesen per Testament zu enterben. Stattdessen muss das Testament eine ausdrückliche Anordnung erhalten, dass der Pflichtteilsanspruch entzogen werden soll. Darüber hinaus ist diese Anordnung zu begründen. Als Grund wird per Gesetz jedoch nur akzeptiert, falls die zu enterbende Person sich eines schweren Vergehens gegenüber dem Erblasser oder eines nahen Angehörigen des Erblassers schuldig gemacht hat. In den Bereich dieser schweren Vergehen fallen zum Beispiel Tätlichkeiten gegenüber dem Erblasser und körperliche Misshandlungen. Aber auch die Tatsache, dass der Enterbte seinen Unterhaltspflichten gegenüber dem Erblasser nicht nachgekommen ist, zählt zu diesen schweren Vergehen. Falls der Erbe sich hingegen nicht in dieser Richtung schuldig gemacht hat, gibt es nur noch die Möglichkeit, dass sich der Erblasser vor seinem Tod mit dem Pflichtteilsberechtigen darüber einigt, dass dieser auf seinen Pflichtteil verzichtet. Dies sollte dann bei einem Notar fixiert werden. In der Regel erhält der Erbe dann als Ausgleich vom späteren Erblasser eine Zahlung zu Lebzeiten.

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1 Kommentar

  1. Karl 25. Dezember 2016 Reply

    Viele Deutsche möchten keinen Pflichtteil.

    Aber was interessiert es die Politik

    wie bei Allem , gar nix !!

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