Nachlassdetektive haben Hochkonjunktur

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Nicht immer ist die Erbfolge schnell und eindeutig zu klären, da es häufiger vorkommt, dass weder ein Testament verfasst wurde noch direkte Nachkommen vorhanden sind. Um dennoch zu klären, wer das Vermögen des Erblassers bekommen soll, treten immer häufiger Nachlassdetektive in Aktion. Es gibt mittlerweile zahlreiche Erbenermittler, die sich darauf spezialisiert haben, anscheinend nicht vorhandene Erben aufzuspüren, damit diese das vorhandene Erbe antreten können. Nicht selten ist die Suche dabei sehr aufwendig und führt in vielen Fällen ins Ausland. Es gibt sowohl private Nachlassermittler als auch vom Gericht bestellte Nachlasspfleger, die sich auf die Suche nach den Erben begeben. Falls es dem ersten Anschein nach keine Angehören gibt, die das Erbe antreten können, so sind die Nachlassgerichte in einigen Bundesländern zunächst einmal verpflichtet, sich selbst auf die Suche nach den möglichen Erben zu begeben. Im BGB ist übrigens nicht geregelt, wie lange und auf welche Art und Weise der jeweilige Nachlasspfleger nach potenziellen Erben suchen muss. Es wird lediglich vorgeschrieben, dass eine Suche stattfinden muss.

Wie gehen Nachlassdetektive vor?

Wenn zunächst kein Erbe vorhanden ist, gehen die Nachlassdetektive oftmals nach einem bestimmten Schema vor. Meistens schauen sich die Detektive zunächst in der Wohnung des Verstorbenen um und suchen beispielsweise nach einem Familienstammbuch, Briefen, sonstigem Schriftverkehr und Fotos. Diese geben nicht selten einen Anhaltspunkt auf Personen, die eventuell unbekannte Erben sein könnten. Darüber hinaus suchen die Erbenermittler regelmäßig auch in Melderegistern, schauen sich verschiedene Adressbücher an oder nehmen Einblick in alte Kirchenbücher. Im Zuge des Internets ist es mittlerweile zudem üblich geworden, sich auch über Facebook oder Twitter auf die Suche zu begeben. Trotz dieser vielen Möglichkeiten ist es oftmals sehr schwierig, alle vorhandenen Puzzleteile zusammenzusetzen. Nicht selten müssen Erbenermittler einige Generationen zurückgehen, um letztendlich die noch existierenden Erben zu finden. Im Zuge solcher Ermittlungen ist es bereits häufiger vorgekommen, dass komplette Familien zusammengeführt wurden, die teilweise über mehrere Kontinente verstreut waren. Teilweise kann eine Suche sich über mehrere Jahre erstrecken, wobei dann dennoch nicht garantiert ist, dass letztendlich ein Erbe gefunden wird. Somit werden durch die teilweise sehr aufwendige Suche nicht selten hohe Kosten produziert, die letztendlich dennoch zu keinem Ergebnis führen.

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Oliver BaumannsAlle Artikel von Oliver Baumanns

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