Google ermöglicht Regelung des digitalen Nachlasses

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Bei einem Erbe handelt es sich nicht zwangsläufig nur um Vermögenswerte, wie zum Beispiel Schmuck, Möbel, Bargeld oder Immobilien, sondern im Zeitalter des Internets kommt auch dem sogenannten digitalen Nachlass eine immer größere Bedeutung zu. Daher stellt sich vor allem die Frage, was mit den Daten des Erblassers, die im Internet existieren, nach dessen Tod passiert. Google beantwortet nun diese Frage, indem die Suchmaschine seit kurzer Zeit eine Testament-Funktion anbietet. Mit der neuen Testament-Funktion, die seit einigen Tagen vom Suchmaschinenriesen angeboten wird, haben Nutzer die Möglichkeit, zunächst einmal zu Lebzeiten zu veranlassen, dass ihre Daten im Todesfall gelöscht werden. Darüber hinaus hat der User ebenfalls die Gelegenheit, einen bestimmten Nachlassverwalter festzulegen, der sich nach seinem Tod um das digitale Erbe kümmert. Diese Funktion könnte in der Zukunft durchaus sehr hilfreich sein, denn oftmals ist es in der Praxis so, dass Hinterbliebene keine Möglichkeit haben, beispielsweise an die Passwörter zu gelangen, die der Erblasser zuvor in vielen Bereichen im Internet genutzt hat. Somit ist es oftmals in dieser Situation auch nicht möglich, den digitalen Nachlass zu regeln. Die Testament-Funktion, die ab sofort von Google angeboten wird, trägt die Bezeichnung Kontoinaktivität-Manager.

Schutz der Privatsphäre und Regelung des digitalen Erbes

Mit der neuen Funktion sollen die Nutzer die Möglichkeit haben, das spätere digitale Erbe zu Lebzeiten zu regeln und darüber hinaus die eigene Privatsphäre schützen zu können. Vorteilhaft ist sicherlich, dass die Testament-Funktion nicht nur für die Suchmaschine Google, sondern darüber hinaus für weitere Dienste zur Verfügung steht. Betroffen ist beispielsweise die Videoplattform YouTube, das soziale Netzwerk Google+ und verschiedene weitere Dienste. Wer die Testament-Funktion nutzen möchte, der muss zunächst festlegen, nach welcher Frist das eigene Konto die Einstufung „inaktiv“ erhält. Die Frist startet jeweils mit der letzten Anmeldung im Google-Account und kann drei bis zwölf Monate betragen. Einige Tage vor Ablauf der Frist erhält der Nutzer eine E-Mail. Reagiert er nicht auf diese Mail, wird das Konto inaktiv geschaltet. Darüber hinaus kann der Nutzer ebenfalls festlegen, was nach dieser Statusänderung passieren soll. So können beispielsweise sämtliche Daten gelöscht werden, es gibt aber alternativ auch die Möglichkeit, dass eine vom Kontoinhaber festgelegte Person informiert wird. In dem Zusammenhang kann der Nutzer festlegen, dass seine Daten an diese Person übermittelt werden. Es handelt sich dann also praktisch bei dieser Person um den digitalen Nachlassverwalter.

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Oliver BaumannsAlle Artikel von Oliver Baumanns

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