Frist zum Ausschlagen einer Erbschaft beachten

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Die meisten Bürger, die in Deutschland etwas erben, möchten das jeweilige Erbe auch antreten. Es tritt dann entweder die gesetzliche Erbfolge ein oder der Erblasser hat im Zuge seines Testamentes geregelt, wer welchen Anteil seines Vermögens erhalten soll. Allerdings bestehen Erbschaften hierzulande keineswegs im Saldo stets aus einem Vermögen, sondern mitunter hinterlassen die Erblasser durchaus auch Schulden. Das Erbrecht ist keineswegs einheitlich in allen Ländern der Europäischen Union geregelt, sondern es gibt teilweise gravierende Unterschiede zwischen den diversen Systemen gibt. So ist es beispielsweise in manchen Ländern üblich, dass die Erben eine Erbschaft ausdrücklich annehmen müssen. Tun sie dies nicht, so gilt die Erbschaft automatisch als ausgeschlagen. In Deutschland stellt sich die Situation hingegen komplett anders dar. Denn hierzulande ist es so, dass eine nicht explizit ausgeschlagene Erbschaft automatisch als angenommen betrachtet wird. Insbesondere solche Erben, die vom Verstorbenen im Saldo Schulden erben würden, sollten sich relativ schnell und auch intensiv mit dem möglichen Ausschlagen der Erbschaft beschäftigen.

Frist von sechs Wochen muss zwingend eingehalten werden

Da eine nicht explizit ausgeschlagene Erbschaft hierzulande als automatisch angenommen gilt, ist es für manche Erben wichtig, sich mit den Fristen einer eventuellen Ausschlagung zu beschäftigen. Das wird besonders dann der Fall sein, wenn die Erbschaft im Saldo nicht aus Guthaben, sondern aus Schulden besteht. Daher sollten zunächst immer erst die Vermögensverhältnisse geprüft werden, bevor der Erbe sich für oder gegen die Annahme der Erbschaft entscheidet. Die wichtige Frist ist in dem Zusammenhang der Zeitraum von sechs Wochen. Denn nur innerhalb dieses Zeitraumes hat der Erbe die Möglichkeit, die Erbschaft auszuschlagen. Grundsätzlich ist es in Deutschland nicht möglich, diese Frist zu verlängern. Ab welchem Zeitpunkt die Frist von sechs Wochen beginnt, hängt in erster Linie davon ab, ob die Erbschaft per Testament geregelt wurde oder die gesetzliche Erbfolge in Kraft tritt. Bei der gesetzlichen Erbfolge ist es so, dass die Frist ab dem Zeitpunkt der Testamentseröffnung beginnt. Sollte die Erbschaft durch ein Testament geregelt sein, so beginnt die Frist ab dem Zeitpunkt, an dem der mögliche Erbe davon erfährt, dass der Erblasser verstorben ist und er als Erbe vorgesehen ist.

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Oliver BaumannsAlle Artikel von Oliver Baumanns