Die Lebensversicherung und die Erbschaftssteuer

Benjamin Klack / pixelio.de
Nach wie vor ist die Kapitallebensversicherung eines der beliebtesten Produkte, wenn es um die Vorsorge geht. Denn mit der Absicherung für den Todesfall und dem Aufbau einer Altersvorsorge gibt es gleich zwei Vorteile, die in der Versicherung miteinander verbunden werden können. Was jedoch in dem Zusammenhang nicht vielen Verbrauchern bekannt ist, ist die Tatsache, dass manche Erben auf die im Todesfall gezahlte Versicherungsleistung auch Erbschaftssteuer zahlen müssen. Besonders betroffen sind Bezugsberechtigte, die nicht zu den ganz nahen Angehörigen zählen, also weder Ehepartner noch Kind sind. Denn in diesem Fall ist der persönliche Steuerfreibetrag nicht selten (deutlich) geringer als die ausgezahlte Versicherungssumme. Es gibt allerdings durchaus legale Möglichkeit, wie solche Erben die Steuerlast verringern können. Zunächst einmal ist jedoch wichtig zu wissen, dass der Auszahlungsbetrag immer dann in den Bereich der Erbschaftssteuer fällt, wenn die im Vertrag genannte Bezugsperson nach Tod des Versicherungsnehmers die vereinbarte Versicherungssumme ausgezahlt bekommt. Dies trifft im Normalfall auch dann zu, falls der Begünstigte kein „offizieller“ Erbe des Verstorbenen ist. Da der persönliche Freibetrag allerdings beim Ehepartner mit 500.000 Euro und bei den Kindern mit jeweils 400.000 Euro sehr hoch ist, sind meistens nur Verwandte zweiten oder dritten Grades tatsächlich von der Besteuerung betroffen.

Einfache Lösung für unverheiratete Paare

Auch bei unverheirateten Paaren ist die Besteuerung im Normalfall sehr wahrscheinlich, da diese nur über einen persönlichen Freibetrag von 20.000 Euro verfügen. Sollte also beispielsweise der Mann eine Kapitallebensversicherung über 100.000 Euro abgeschlossen und die Lebensgefährtin als Bezugsberechtigte eingetragen haben, so würde diese nach dem Tod ihres Lebensgefährten damit rechnen müssen, dass 80.000 Euro im Zuge der Erbschaftssteuer zu versteuern sind. Somit müssten mehr als 20.000 Euro an Steuern „gezahlt“ werden. Es gibt jedoch eine Möglichkeit, diesen hohen Steuerabzug auf einfache Art und Weise zu vermeiden. Und zwar besteht die Möglichkeit darin, den Bezugsberechtigten bereits bei Abschluss des Vertrages (oder auch im Nachhinein) als Versicherungsnehmer einzusetzen. In diesem Fall wäre dann der eine Partner die versicherte Person und der zweite Lebenspartner sowohl Bezugsberechtigter als auch Versicherungsnehmer. Zudem sollte es am besten so gehandhabt werden, dass der Versicherungsnehmer auch die Beiträge gezahlt hat. Dazu sollte ein Einzelkonto, welches auf den Namen des Versicherungsnehmers lautet, verwendet werden. Sind diese Voraussetzungen erfüllt, wird der Versicherungsnehmer im Regelfall nach dem Tod des Versicherten nicht mit der Erbschaftssteuer belastet.

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Oliver BaumannsAlle Artikel von Oliver Baumanns

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