Darf der Hund etwas erben?

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Nach wie vor entscheiden sich in Deutschland zahlreiche Personen dafür, ihr Haustier im eigenen Testament zu bedenken. So ist beispielsweise der Hund für viele Menschen über sehr viele Jahre hinweg ein treuer Begleiter, sodass er auch nach dem Tod des Herrchens oder Frauchens belohnt werden soll. Nicht selten kommt es sogar vor, dass dem Tier ein beträchtlich Vermögen vererbt wird, wobei sich allerdings viele Verbraucher die Frage stellen, ob ein Hund oder eine Katze überhaupt etwas erben können. Nach deutschem Recht ist es nach wie vor so, dass Tiere im rechtlichen Sinne als Sachen zu betrachten sind. Demzufolge fehlt Hunden und Katzen die zwingende Voraussetzung, um etwas erben zu können, nämlich eine Person natürlichen oder juristischen Rechts zu sein. Das Haustier würde demnach im rechtlichen Sinne - mit Einschränkungen - beispielsweise einem Möbelstück gleichgesetzt werden, welches selbstverständlich ebenfalls kein Erbe empfangen kann. Es gibt mittlerweile mehrere Gerichte, die sich mit der Frage auseinandergesetzt haben, ob ein Haustier erben kann oder nicht. Teilweise sind die entsprechenden Urteile schon viele Jahre her, wie zum Beispiel das des Landgerichtes München I aus dem Jahre 2003. Im damals verhandelten Fall hatte eine kinderlose Frau neben zwei Brüdern und einigen Nichten und Neffen auch ihren Hund im Testament bedacht. Der Hund wurde nach dem Tod der Erblasserin von einer Bekannten versorgt, die allerdings nicht automatisch zu einer Miterbin wurde, nur weil sie den Hund versorgt hatte. Die Richter stellten fest, dass es sich bei dem Hund um eine nicht rechtsfähige Person handeln würde, sodass daher kein Empfang einer Erbschaft möglich sei.

Hunde und Katzen können nicht erben

Vom Grundsatz her urteilte beispielsweise auch das Landgericht Bonn im Jahre 2009 auf ähnliche Art und Weise. In diesem Fall hatte ein Erblasser seinem Hund im Prinzip sein gesamtes Vermögen vermacht, welches aus einem Haus und einem Grundstück im Wert von rund 100.000 Euro bestand. Darüber hinaus hatte der Erblasser einen Freund beauftragt, sich nach seinem Tod um den Hund zu kümmern und darüber hinaus dafür zu sorgen, dass das Haus instand gehalten wird. Die Richter erklärten jedoch, dass diese Verfügung nichtig sei und demzufolge die gesetzliche Erbfolge in Kraft treten würde. Somit wurde nicht der Bekannte, der sich um den Hund gekümmert hatte, zum Erben erklärt, sondern die Halbbrüder des Verstorbenen. Allerdings stellte das Gericht fest, dass der Bekannte aufgrund seiner Pflegeverpflichtung für den Hund das Recht habe, sich dafür von den Erben entsprechend entschädigen zu lassen.

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Oliver BaumannsAlle Artikel von Oliver Baumanns